© Andi Naumann
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Tourenbericht: Rampe-Rippe an der Benediktenwand

Ein perfektes Voralpenwochenende

04.07.2026

Manche Touren beginnen nicht erst am Einstieg der Wand, sondern bereits zu Hause. So war es auch bei unserer Begehung der Rampe-Rippe an der Benediktenwand.

Am Freitag starteten Isabella und Tom direkt mit dem Fahrrad von Penzberg aus. Währenddessen reiste Andi bequem mit der Bahn bis Benediktbeuern an. Von dort trafen wir uns für die gemeinsame Auffahrt zur Tutzinger Hütte, die als Ausgangspunkt für die Tour dient und direkt unter der gewaltigen Nordwand der Benediktenwand liegt. [stadler-markus.de]

Bereits der Zustieg hatte seinen ganz eigenen Reiz: Mit gepackten Rucksäcken ging es durch die ruhige Abendstimmung entlang des Forstwegs bergauf. Über uns leuchteten die letzten Sonnenstrahlen auf den Kalkfelsen der Benediktenwand, während im Tal langsam die Dämmerung einsetzte.

Hüttenabend auf der Tutzinger Hütte
Auf der Hütte angekommen wurden wir herzlich empfangen. Nach dem Bezug des Lagers wartete das kulinarische Highlight des Abends: ein sensationelles Gulasch, das nach der Anreise genau das Richtige war. Bei kühlen Getränken und bester Stimmung wurden Karten studiert, die Route besprochen und die Vorfreude auf den kommenden Klettertag stieg mit jeder Minute.

Der Blick von der Terrasse direkt hinauf zur Nordwand ließ bereits erahnen, welche Dimensionen die Route am nächsten Morgen haben würde. Noch vor Einbruch der Dunkelheit verschwanden wir in den Lagern, denn ein langer Tag stand bevor.

Start in die Nordwand
Nach einem frühen Frühstück machten wir uns auf den kurzen Zustieg zum Einstieg der Rampe-Rippe, einer der bekanntesten und längsten Kletterrouten der Bayerischen Voralpen. Die Route verbindet die historische „Rampe“ mit der „Rippe“ und bietet rund 600 Klettermeter in überwiegend moderaten Schwierigkeiten bis IV+. [bergsteigen.com], [tobias-stampfl.de], [gipfelbuch.ch]

Die ersten Seillängen führten über die markante Rampe durch festen Kalkfels. Schnell gewannen wir an Höhe und konnten immer wieder hinunter zur inzwischen klein wirkenden Tutzinger Hütte blicken. Nach den ersten Klettermetern folgte das typische Wechselspiel aus Kletterpassagen, Grasbändern und Schrofen, das der Route ihren alpinen Charakter verleiht. [gipfelbuch.ch], [stadler-markus.de]

Die Rippe
Nach dem Übergang in den oberen Teil der Route begann die eigentliche Rippe. Hier zeigte die Benediktenwand ihre schönsten Seiten: luftige Querungen, steile Kamine und überraschend kompakter Fels. Die Kletterei war abwechslungsreich und verlangte immer wieder volle Konzentration.

Besonders beeindruckend waren die Tiefblicke ins Voralpenland. Mit jedem Meter öffnete sich die Aussicht weiter und reichte vom Loisachtal bis weit ins Alpenvorland hinein.

Kurz vor dem Ausstieg wartete die Schlüsselstelle der Tour. Noch einmal hieß es konzentriert klettern, bevor das Gelände zunehmend leichter wurde und wir den Gipfelgrat erreichten. [gipfelbuch.ch], [tobias-stampfl.de]

Gipfelglück
Nach mehreren Stunden in der Wand standen wir schließlich auf dem Gipfel der Benediktenwand (1.801 m). Die Fernsicht war hervorragend und reichte vom Karwendel über das Wettersteingebirge bis zu den Seen des Alpenvorlandes. Einige Steinböcke beobachteten das Geschehen gelassen aus nächster Nähe und verliehen dem Moment einen ganz besonderen Charakter. [bergsteigen.com], [stadler-markus.de]

Fazit
Die Kombination aus:

  • Fahrrad-Anreise aus Penzberg,
    Bahn-Anreise nach Benediktbeuern,
    gemütlichem Hüttenabend mit hervorragendem Gulasch,
    Übernachtung auf der Tutzinger Hütte,
    und der klassischen Alpinklettertour Rampe-Rippe
    ergab ein rundum gelungenes Bergwochenende.

Die Route überzeugt nicht durch extreme Schwierigkeiten, sondern durch ihre Länge, ihre abwechslungsreiche Linienführung und das großartige alpine Ambiente. Gemeinsam unterwegs zu sein, einen Hüttenabend zu genießen und am nächsten Tag eine der schönsten Kletterklassiker der Bayerischen Voralpen zu begehen – viel besser kann ein Wochenende in den Bergen kaum sein. 🏔️🚴‍♂️🧗‍♂️🍻